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Die unterschiedlichen Palmetten Arten

Auf den heimischen Balkonen findet man Zierpflanzen jeglicher Art, darunter befinden sich nicht selten Exoten, hingegen Obst findet man äußerst selten. Dabei gedeiht Obst, gerade an einer Wand, absolut vortrefflich und eignet sich in Form einer Spalieraufzucht, besonders gut für kleine Terrassen oder sogar Balkone. Der Grund hierfür ist sehr leicht zu finden, denn eine sonnige Spalierwand bietet beste Bedingung für einen kleinen aber sehr feinen Obstgarten, wie sie sonst eigentlich nur in südlichen und sehr sonnigen Ländern zu finden sind. So gut wie jede Obstsorte eignet sich dafür, um als Spalierobst auf dem heimischen Balkon oder der Terrasse, gehalten zu werden. Zu beachten, ist lediglich in welche Himmelsrichtung das Spalier ausgerichtet und angebracht werden kann, denn danach sollte der interessierte Gärtner auch entscheiden, welche Obstsorte für ihn in Betracht kommt. Birnen, Pfirsiche oder auch Weinreben kann man beispielsweise an Süd- oder Westwänden hervorragend ziehen, da diese auch die pralle Mittagssonne sehr schätzen. Marillen, Äpfel oder auch Kirschen hingegen, bevorzugen eher halbschattige Orte. Die Auswahl des Obstes sollte sich also, nach der möglichen Lage des Spaliers richten. Beachtet man diese einfachen Regeln, so kann man sicher sein, dass man schon bald nicht nur eine wunderschöne Blütenpracht betrachten kann, sondern auch noch schmackhafte und vitaminreiche Früchte ernten darf.

Der einarmige Schnurbaum

Einarmiger SchnurbaumEine der, gerade am Anfang, einfachsten Spalier-Techniken für Obstsorten stellt der sogenannte „Einarmige Schnurbaum“, der auf der rechten Seite zu sehen ist, dar. Diese Variante zählt zu den traditionellen Spaliertechniken, bei dem der Stamm um 90 Grad in die Waagerechte gebogen ist. Da Obstgehölze zu den anspruchsvolleren Kulturpflanzen gehören, empfiehlt es sich stets, den Boden mit Komposterde zu verbessern, um die Standfestigkeit des Spaliobstgewächs zu stärken. Der Spalierobst selbst, sollte bereits eine gewisse Größe aufweisen, bevor dieser in die jeweilige Form gebogen wird. Erfahrungsgemäß sollten die Obststämme eine Länge von mehr als einem Meter aufweisen.

 

Der zweiarmige Schnurbaum

Zweiarmiger SchnurbaumEine weitere fantastische Möglichkeit bietet sich mit dem „zweiarmigen Schnurbaum“, wie er auf der rechten Seite abgebildet ist. Diese Variante ist wie eine Erweiterung zum „einarmigen Schnurbaum“ und ist ebenfalls eine sehr traditionelle Art. Sie zeichnet sich durch einen sogenannten gegabelten Stamm aus, welcher in beide Richtungen um 90 Grad in die Waagerechte gezogen ist. Neben einer sehr schönen Optik und einer reichen Ernte, bieten sich sowohl für die Variante des „Einarmigen Schnurbaums“ als auch für die des „zweiarmigen Schnurbaums“, vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Entweder verwendet man sie, wie heutzutage meist üblich, als Wandgehölze, welche mit einem Spalier befestigt und erzogen werden, oder auf die traditionelle Art indem man sie als Beet Begrenzung nutzt. Egal für welche Möglichkeit Sie sich entscheiden, Sie sollten stets darauf achten, dass sich ein ausreichender Abstand von mindestens 40 – 60 cm zwischen den Bäumen befindet.

Die waagerechte Palmette

Palmette waagerechtEine andere Art der Erziehung stellen Palmetten dar. Palmetten sind Formen, bei denen mehrere Gerüstäste parallel in gleichmäßigen Abständen waagerecht, schräg oder senkrecht gezogen werden. Um das starke Wachstum auf mehr Triebe zu verteilen, wurden früher zunächst waagerechte Palmetten geformt, bei denen mehrere Etagen von waagerechten Ästen meist im Abstand von etwa 40 Zentimetern angezogen wurden. Die Abbildung einer „waagerechten Palmette“ finden sie auf der rechten Seite. Einem kleinen Nachteil stellt bei dieser Form allerdings der Aufbau dar. Die oberen Etagen neigen zu einem sehr starken Wachstum, wohingegen die unteren zum leichten verkümmern tendieren. Nichts desto trotz, erfreut sich diese Palmettenform heute immer größerer Beliebtheit. Palmetten eignen sich besonders hervorragend für stark wachsende Gehölze und welche mit sehr dickem bzw. schweren Stamm. Zu bevorzugen ist ein Pflanzenmaterial welches bereits über die Bildung einer ersten Etage verfügt. Optimal ist hier eine Höhe von in etwa 30 Zentimetern. Beide, bereits vorhandenen Seitentriebe werden nun in einem 45 Grad Winkel am Spalier befestigt. Sollten die Triebe noch nicht so lang sein, dass sie bereits an den nächsten Ast heranreichen, kann man dies sehr einfach, beispielsweise durch Latten unterstützen. Wichtig zu beachten ist, dass der Mitteltrieb etwas unter dem Niveau der Seitentriebe gehalten wird, weil dies diese kräftigen wird.

Die schräge Palmette

Schräge PalmetteAls Pflanzmaterial eignet sich am besten ein Gehölz mit einer bereits in der Baumschule gebildeten ersten Etage in eine Höhe von ca. 30 Zentimetern. Die beiden Seitentriebe werden in einem Winkel von 45° vorerst am Spalier befestigt. Das fördert den Austrieb der Spitzenknospe und das Längenwachstum. Sind die Triebe noch nicht so lang, dass sie an den nächsten Draht heran reichen, kann man das beispielsweise durch Latten unterstützen, die im 45°-Winkel angebracht sind. Der Mitteltrieb wird etwas unter dem Niveau der Seitentriebe gehalten, damit sich die Seitentriebe kräftigen. Ab dem zweiten Jahr können die Seitentreibe dann endgültig, waagerecht an den Spalierdraht angebracht werden. Bitte achten Sie auf den Abstand der einzelnen Etagen. Sobald Sie beginnen die zweite Etage zu erziehen, sollte der Abstand zwischen beiden in etwa 30 Zentimeter betragen. Beachten sie jedoch, dass hiermit erst beginnen, sobald sich die erste Etage ihrer Palmette ausreichend gekräftigt hat. Alles in allem ist die „waagerechte Palmette“ eine sehr schöne, ansprechende und ertragsreiche Variante. Auch die Palmette mit schrägen Ästen, besitzt ihre Liebhaber. Die Erziehung ist bei dieser Variante im Prinzip dieselbe, wie bei der waagerechten Palmette, mit dem Unterschied, dass sich der Winkel der Seitentriebe verändert. (siehe Abbildung)

Das U-Spalier

U SpalierEine der wohl schönsten Spalierformen ist das U-Spalier. Wie der Name schon sagt, sieht das U-Spalier nach einer guten Erziehung aus, wie ein U. Eine Abbildung finden Sie auf der rechten Seite. Diese Variante ist optisch mehr als ansprechend, jedoch auch nicht mehr ganz so einfach wie beispielsweise die Möglichkeit des einarmigen Schnurbaums. Bei guter und intensiver Pflege eine herausragend schöne Variante. Im Prinzip ist eine U-Form leicht zu erzielen. Ein binden der unteren Äste, erst in die Waagerechte und schließlich bei fortschreitendem Wachstum hoch in die Senkrechte gebunden werden. Richten Sie sich stets nach dem natürlichen Wachstum der Pflanze. Eine Weiterentwicklung des U-Spaliers, stellt die doppelte U-Form dar. Diese ist in ihrer Erscheinung noch schöner anzusehen und wirkt fast Majestätisch. Jedoch ist auch die Erziehung wesentlich Anspruchsvoller.

 

 

Die Verrierpalmette

VerrierpalmetteEine andere sehr schöne und zugleich auch Spektakuläre Erziehungsvariante besteht in der Verrierpalmette. Auch hier finden Sie eine Abbildung auf der rechten Seite. Alleine der Name dieser Variante sagt schon einiges aus, denn aus dem Französischen Übersetzt, bedeutet Verrier so viel wie Verrenkung. Und das trifft auch zweifelsfrei auf diese herrliche Palmetten Möglichkeit zu. Wenn Sie eine Verrierpalmette erziehen möchten, gehen Sie einfach wie folgt vor: Der Haupttrieb wird auf ca. 30 cm zugeschnitten. Unterhalb der Schnittstelle sollen drei Knospen zum Austrieb kommen. Die oberste wird den Mitteltrieb ergeben, die beiden darunter gelegenen Knospen werden sich zu den Seitentrieben entwickeln. Damit diese eine ausreichende Länge erreichen, sollten sie sie vorerst am Spalier befestigen. Bitte entfernen Sie alle Verzweigungen die sich vom Hauptrieb aus bilden. Sollte die erforderliche Länge nicht im ersten Jahr erreicht werden, so ist ein erneuter Rückschnitt unbedingt erforderlich. Bitte beachten Sie, dass Sie mit dem Aufbau der zweiten Etage erst beginnen, sobald die erste tatsächlich vollendet ist und die Triebe an den äußersten Latten nach oben geführt worden sind. Mit den folgenden Etagen, der zweiten, dritten, etc. verfahren Sie genauso wie mit der ersten, mittlerweile vollendeten Etage.

Spalierobst richtig anlegen

Spalier anlegenNachdem wir uns mit den einzelnen Möglichkeiten der Erziehung Ihres Spalierobstes beschäftigt haben, stellt sich nun die Frage, wie das Spalierobst richtig anzulegen ist. Zunächst sei gesagt, dass die Pflege und Erziehung des Spalierobstes zwar nicht so leicht ist wie beispielsweise die Pflege herkömmlicher Blumen, aber auch nicht so schwer ist wie weitläufig vermutet und behauptet wird. Welche Obstsorten sich für welche Wandlage eignen, haben wir ja bereits am Anfang des Textes besprochen und stellen uns jetzt vielmehr der Frage wie es richtig anzulegen ist. Wenn Sie das Projekt, Spalierobst, in Angriff nehmen, sollten Sie auf lange Sicht planen. Bedenken Sie bereits beim Pflanzen Ihres Spalierobstes, dass das Gerüst stabil sein muss, um später einem ausgewachsenen und gut tragenden Baum standzuhalten. Wenn Sie Ihr Spalierobst an der Wand wachsen lassen möchten, befestigen Sie am allerbesten zwei stabile Querstreben mit Haken fest in der Wand. An diesen Streben können Sie senkrecht, diagonal oder in einem bestimmten Muster zusätzliche Latten oder Drähte befestigen. An diesen Streben wird das Obst später auf geleitet. Sorgen Sie für ausreichend Platz zwischen Ihrem Spalier und der Wand. Das hat zwei Gründe, zum einem Sorgen Sie so für eine ausreichende Belüftung und zum anderen schützen Sie Ihr Spalier so vor ungewolltem Pilzbefall. Der optimale Abstand zwischen Wand und Spalier beträgt zwischen 20-30 Zentimetern. Noch wesentlich mehr als bei einem Spalier an der Wand, müssen Sie auf ein stabiles Gerüst, bei einem freien Spalier achten. Ein frei stehendes Spalier, bietet sich hervorragend als Sichtschutz oder auch als Abtrennung einzelner Gartenteile an und ist sehr beliebt. Um Ihnen später selbst die Arbeit zu erleichtern, ist es zu empfehlen, dass Spalier nicht allzu hochwachsen zu lassen, ist aber dem Geschmack, jedes Einzelnen überlassen. Der Abstand zwischen den einzelnen Gehölzen muss groß genug gewählt werden, damit die Pflanzen später nicht um das Sonnenlicht konkurrieren müssen. Für das freie Spalier brauchen Sie stabile Pfosten im Abstand von 5 Metern. Die unterste Reihe der dazwischen gespannten Spalierdrähte beginnt in Höhe des Stamms. Im Abstand von 30 Zentimetern werden jeweils weitere Drähte gespannt, an denen die Sommertriebe festgebunden werden. Grundsätzlich ist zu bedenken, dass Ihr Spalierobst in den ersten Jahren nach dem Anlegen mehr Aufmerksamkeit benötigt, da die Triebe erst einmal in die richtige und gewünschte Richtung geführt werden müssen. Hat das Obst jedoch später seine endgültige bzw. gewünschte Höhe erreicht, so sind überwiegend nur noch Schnittarbeiten erforderlich und sie können Ihr prächtiges Spalierobst uneingeschränkt genießen.

Spalierobst in die Biegung bringen

Spalier anlegen frühstadiumSpalier anlegen spätstadiumAls letztes wollen wir uns noch mit der häufig gestellten Frage des Biegens Ihres Spalierobstes beschäftigen. Was ist zu beachten, ab wann sollte das Spalierobst gebogen werden und worauf sollte man achten. Grundsätzlich dient das Biegen dazu, dass Sie Ihr Spalierobst in die gewünschte Form bringen können. Doch was ist dabei zu beachten? Wenn es machbar ist, sollten Sie sowohl Ihren Schnurbaum als auch das Spalierobst eine Vegetationsperiode wachsen lassen bevor Sie beginnen es zu biegen. Als Vegetationsperiode bezeichnet man den Zeitraum, in dem der Baum aktiv wächst und sich entfaltet. Der Rest des Jahres ist die Vegetationsruhe. Und nimmt man beides zusammen, so nennt man das Ganze einen Vegetationszyklus. Ist die erste Vegetationsperiode beendet, ist Ihr Baum schön verpflanzt und Sie können beginnen Ihn zu formen und zu biegen. Bedenken Sie, dass sie gerade in der Anfangsphase, wie oben schon einmal angesprochen, Ihren Schnurbaum als auch Ihr Spalierobst bis zu viermal im Jahr in Form bringen sollten. Unter anderem sollten Sie die Seitentriebe am Ast Ring abschneiden, weil so die Kraft optimaler für die Fruchtbildung genutzt werden kann. Die beste Zeit für den Schnitt, haben Sie in der Zeit zwischen Ende Juni und Anfang Juli. Besonders gut eignen sich die frühen Morgenstunden für diese Arbeit. Bitte achten Sie bei dem in Formbringen stets darauf, dass die Triebe noch ausreichend Spiel zum Spalier haben. Ebenso wichtig ist es hierfür ein Material zu verwenden, welches die Triebe nicht verletzt oder einschneidet. Bestens eignet sich hierfür eine sogenannte Hohlschnur. Vorteil dieser Hohlschnüre liegen darin, dass sie sich den Trieben anpassen und auch bei einem starken Wachstum elastisch genug sind um sie nicht zu beschädigen. Achten Sie zudem von Anfang an auf diese kleinen Dinge, damit sie wirklich auf lange Sicht gesehen viel Freude an Ihrem Spalierobst oder an Ihren Schnurbäumen haben.